Montag, 23. März 2015

Unnormal

Das Wetter hier ist im Moment wirklich unnormal. Von Freitag bis Samstag hat es so sehr geschüttet, dass das HOLI Festival abgesagt werden musste. Es ist buchstäblich ins Wasser gefallen! Ich habe noch nie so viel Regen auf einmal gesehen, glaube ich. Es war total viel und es hat vor allem nicht aufgehört... So viel zu meinem Samstag. Ich habe also meine Hausarbeit weiter geschrieben und sogar fast fertig. Fehlt nur noch der Feinschliff.

Gestern war ich in den Bergen in Barcelona (Montserrat). Das war ein Erlebnis. Um 7 Uhr morgens haben wir den Zug genommen und es schien ein guter Tag zu werden. Der Himmel war sogar blau, unglaublich aber wahr. Angekommen in den Bergen, sind wir zunächst mit einer Art Seilbahn noch höher gefahren. Die Aussicht war unbeschreiblich gut. Ab dort ging es zu Fuß auf die Bergspitze des höchsten Berges. Das war für mich eine ganz schöne Arbeit. Zum Einen, ist es für dicke Menschen echt nicht leicht, einen steilen Berg ohne richtigen Weg hoch zu laufen, zum Anderen hab ich es ja nicht so mit Höhe - aber das wusste ich ja in den Bergen.

Als ich mit viel Hilfe und Geduld endlich oben angekommen bin, habe ich erstmal keine Luft mehr bekommen. Zum Einen wegen der Höhe, zum Anderen wegen meiner Figur. Aber stolz bin ich schon, denn der Weg war wirklich nicht ohne! Aber keine 5 Minuten später begann der Wahnsinn!


Ich hatte mich ja auf Regen schon irgendwie eingestellt, hätte aber niemals mit Hagel gerechnet. Ich glaube, ich hatte noch niemals in meinem Leben zuvor solch eine Angst und ich wusste wirklich nicht, wie ich da runter kommen sollte. Aber ich war ja Gott sei Dank nicht alleine. Stück für Stück sind wir den matschigen Weg, der jeden Moment mehr zu einem Fluss wurde, runter gegangen. Irgendwann bin ich ausgerutscht und mein erster Gedanke war DAS WARS! Ich dachte wirklich ich stürze diesen Berg runter. Wie weit es letztendlich war, kann ich nicht sagen. Irgendwann hat mich eine Frau aufgefangen. Ich weiß gar nicht mehr so genau, was passiert ist. Ich weiß nur, ich habe um mein Leben geschrien und ich hatte Schmerzen! Ich bin mit voller Geschwindigkeit auf die ganze linke Körperhälfte gefallen. Mir taten sowohl Arm, als auch Bein wahnsinnig weh. Und ich stand unter Schock, was glaub ich das Schlimmste war, neben dem Wissen, dass ich noch ein ganzes Stück weiter runter musste. Meine Beine haben so dermaßen gezittert, ich wusste kaum, wie ich laufen soll. "Unten", also auf einem normalen Gehweg mitten auf dem Berg, angekommen habe ich geweint vor Erleichterung endlich angekommen zu sein, wenn auch klatschnass und matschig am ganzen Körper.

Ich bin mit der Seilbahn wieder runter gefahren und habe in einem Café die Bedienung um Hilfe gebeten. Ich stand also eine halbe Stunde im Mitarbeiterklo und habe meine Hose unter den Händetrockner gehalten, um zumindest nicht mehr länger den halben Berg mit mir rum tragen zu müssen. Nass war ich immer noch. Und mir war kalt. den restlichen Tag lang. Aber geholfen hat es unheimlich und ich musste nicht mal das Klo sauber machen, wo mittlerweile ein Eimer Erde verteilt auf dem Boden lag. Ich bin diesen netten Menschen unglaublich dankbar. Das Ganze war so um 14 Uhr. Ich wusste, unser Bus würde erst um 18:30 Uhr wieder fahren, also bin ich zurück zu den Anderen. Wir haben etwas gegessen und dann habe ich mich zum zweiten Mal an diesem Tag über mich selbst gewundert.

Ich stand nass und in Schlamm gebadet in einer Kirche. Mich zieht ja normalerweise sowieso schon nichts an diesen Ort, aber in dem Moment habe ich mich wirklich geschämt. Ich sah furchtbar aus. ABER in dieser Kirche war nun einmal die vergoldete Madonna und es bringt wohl Glück, sie anzufassen. Also haben wir uns in die Reihe gestellt, um es auch zu tun. Derweil lief nebenan die Messe. Seltsames Gefühl, durch Gitter die Messe sehen zu können... Jedenfalls habe ich dann noch festgestellt, dass mein Handy noch nicht lautlos war und ich habe eine Nachricht bekommen. Hätte mir mal jemand gesagt, dass ich total siffig und mit Handy laut  in einer Kirche stehen würde, hätte ich wohl einen Vogel gezeigt. Und direkt dachte ich an den Opa meines Freundes, der mich mit ziemlicher Sicherheit direkt in die Beichte geschickt und anschließend geschimpft hätte. Aber ich habe sie angefasst, mal sehen, ob ich jetzt Glück habe. Im Nachhinein denke ich auch, dass ich mich nicht schämen brauche, denn ich habe es mir ja nicht ausgesucht, so auszusehen. Auch wenn ich ein ziemlicher Blickfang war und oft belächelt wurde, im Laufe des Tages. Ich kam mir vor wie ein Kuchen, ständig habe ich Krümel verloren...

Jedenfalls war ich dann um 22 Uhr endlich zu Hause und bin direkt unter die Dusche gesprungen. Hab aber nichts gebracht. Heute bin ich aufgestanden, mit Halsschmerzen, ziemlich starkem Muskelkater in den Beinen, einigen blauen Flecken und generell ziemlichen Schmerzen. Aber da muss ich jetzt durch. Dafür hatte ich ein mega Erlebnis und viele schöne Fotos. Die von der Umgebung und allem blogge ich beim nächsten Mal, die bekomme ich erst noch. Aber einen kleinen Einblick bekommt ihr von meinem Handy schon jetzt.



1 Kommentar:

  1. Mensch da haste aber was erlebt. Ein richtiges Abenteuer. Die Fotos sind echt toll.

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