Dienstag, 7. April 2015

Der Schrecken bewegt sich

Jetzt hab ich mich schon eine Woche nicht gemeldet. Nicht, weil ich nichts unternommen hätte, sondern weil einfach nichts spektakulär genug war. Wir hatten eine Woche Osterferien und waren viel am Strand und abends bei einem von uns, um etwas zu trinken.

Allerdings war die Woche auch nicht so leicht für mich.
Immer wieder treffen wir auf Kakerlaken. HELAUUU! Willkommen in Spanien. Es wird nun langsam richtig warm, da kommen die Krabbelmonster. An der Ordnung hier liegt es absolut nicht. Eher im Gegenteil. Wir sind schon sehr sauber. Aber die Viecher kommen einfach überall in der Küche hin. Heute habe ich sogar eine tagsüber gesehen, dabei lassen sie sich sonst nur im Dunkeln blicken. Vermutlich fühlten sie sich unbeobachtet, weil vorher niemand zu Hause war. Als ich mich umdrehte, war sie aber weg. Jetzt frage ich mich WO? Ich finde das ja schon ziemlich ekelig. Aber sie sind nicht nur bei uns, die Nachbarn haben sich auch schon drüber unterhalten (ein Haufen alter Damen, die machen das wohl schon Jahre mit). Das ist dann also der Nachteil an den kleinen Häusern und vor Allem am Erdgeschoss. Irgendwo inner Platte im fünften Stock würde mir das vermutlich nicht so schnell passieren.

Außerdem sinkt meine Laune in letzter Zeit rapide durch meinen Mitbewohner. Ich mag ihn EIGENTLICH. Aber er lebt einfach in einer anderen Welt als ich. Er mag es nicht, wenn ich mein Handy immer bei mir trage und mit Freunden und Familie schreibe. Weil er bis vor Kurzem noch gar kein Handy hatte und der Meinung ist, man könnte sich ohne besser unterhalten... Dann lege ich es weg und setze mich ins Wohnzimmer, da kommt er mit seinem Laptop an und beschäftigt sich alleine. Er mag es auch nicht, wenn Essen in der Mikrowelle aufgewärmt wird, weil es angeblich nicht gesund ist (Wenn er wüsste, wie ein Herd funktioniert....). Außerdem ist er der Ansicht, wenn ich immer schön lüge sage, dass alles gut ist und leicht, dann ist auch alles gut und leicht. Laut ihm beschwere ich mich dauernd. Dabei beschwere ich mich nicht. Ich bin nur realistisch. Wenn er mich fragt, wie das Lernen war, und ich sage, es war schwierig aber ok, dann ist das doch nicht gleich negativ, oder?? Ich soll abends immer schön meine Kopfhörer benutzen , aber es ist scheinbar egal, wenn ich täglich über Stunden seine immer gleiche Musik hören muss - die mir im Übrigen nicht gefällt. Jetzt könnte man wieder sagen, ich denke zu negativ. Aber nein, das ist schlichtweg Geschmackssache. Mir muss doch nicht alles gefallen! Ständig sagt er mir, was ich zu denken und wie ich zu handeln habe, dabei interessiert ihn gar nicht, ob es mich stört, dass er ständig den Herd an lässt (trotz Hinweis!) oder dass ich die vielen langen Haare im Badezimmer wirklich ekelig finde. Ich beschwere mich doch auch nicht permanent. Außerdem nimmt er darauf sowieso keine Rücksicht. Manchmal habe ich das Gefühl, er will gar nicht, dass wir uns gut verstehen. Ich habe mich jetzt eine ganze Woche sehr zurück gezogen, was ihn betrifft, habe es dann nochmal im Guten versucht, indem ich ihn in das Zusammensein mit meinen Leuten mit einbeziehen wollte. Aber selbst da meckert er an mir rum.

Es sind so viele Kleinigkeiten, die mich innerlich wahnsinnig machen, weshalb ich die letzte Woche viel draußen war, um nicht an die Decke zu gehen. Doch allmählich bin ich diesbezüglich mit meinem Latein am Ende. Ich meine.... Er ist 35! Er sollte doch in der Lage sein, mit mir unter einem Dach zu leben, ohne ständig zu versuchen, mir seine Lebensansicht aufzuzwingen oder? Wenn er nicht das typische WG Leben will (was er aber anfangs mal sagte), dann ist das auch ok. Aber dann soll er Rücksicht nehmen.

"Rede doch mit ihm drüber", höre ich dann oft von meinen Lieben. Aber das ist nicht so einfach getan, wie gesagt. Das führt nur zu Missverständnissen. Mein Spanisch ist nicht gut genug, um das zuvor gesagte in Worte zu fassen, ohne dass es wie ein einzig großer Vorwurf klingt. Und sein Deutsch nicht so gut, dass ich es damit versuchen könnte. Ich meine, er ist ja ein netter Kerl! Das streite ich gar nicht ab. Es funktioniert nur einfach nicht auf diese Art... Wenn irgendwer da Tipps hat, nehme ich sie gerne an. In Kommentaren, per Whatsapp oder wie auch immer. Meine Beiträge lesen ja einige Leute, die älter sind und mehr Lebenserfahrung haben, als ich... Ich traue mich schon gar nicht mehr, spanisch mit ihm zu reden, aus Angst, da auch kritisiert zu werden. Ich bin halt sensibel und unsicher. Auch, wenn das nicht immer jeder merkt. Hier ist meine Klappe nicht so groß... Und sie wird es zu Hause wohl auch nicht mehr.

So, eigentlich geht es mir aber gut hier in Spanien. Ich lerne viel, kenne nette Menschen und genieße das tolle Wetter und die Umgebung!  Das muss ich nochmal betonen, nach all der Kritik. Der nächste Beitrag bekommt wieder Fotos, versprochen!

2 Kommentare:

  1. Das ist ein Verständigungsproblem. Lebe dein Leben. Man kann sich anpassen aber man sollte sich nicht von anderen (Fremden) beeinflussen lassen. HDL

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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